· 

Zwangsarbeit in Plauen und Umland während des Zweiten Weltkriegs

Es gab gestern einen Vortrag der Historikerin Dr. Katherine Lukat im Lesesaal des Arboretums in Plauen, der sich mit der Zwangsarbeit in Plauen während des Zweiten Weltkriegs beschäftigte. Dr. Lukat präsentierte die Ergebnisse ihrer Forschung und konzentrierte sich auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Zwangsarbeiter unter dem Nationalsozialismus. 

Zu Beginn des Krieges wurden in Deutschland zahlreiche Arbeitskräfte benötigt; im Sommer 1944 waren etwa 5 Millionen Arbeitskräfte im Einsatz. Diese Zwangsarbeiter, insgesamt etwa 20 Millionen Menschen, konnten ihre Arbeitsverhältnisse nicht wie üblich beenden und mussten unter schwierigen Bedingungen arbeiten.

Dr. Lukat hob die Unterscheidung zwischen deutschen Arbeitskräften und ausländischen Zwangsarbeitern hervor. Die Zwangsarbeit unter dem Nationalsozialismus betraf etwa 12 Millionen verschleppte Menschen, einschließlich Häftlingen in Konzentrationslagern. Ein besonderes Augenmerk legte sie auf die italienischen Militärinternierten, die nach dem Kriegsaustritt Italiens im September 1943 verschleppt und schlecht behandelt wurden. Zuvor gab es ein Abkommen mit Frankreich, durch das französische Arbeitskräfte nach Deutschland kamen und relativ gut behandelt wurden, bis sich die Bedingungen 1943 drastisch verschlechterten.

Ab 1944 verschlechterten sich die Bedingungen für alle Zwangsarbeiter erheblich, insbesondere für französische zivile Arbeitskräfte sowie britische und amerikanische Kriegsgefangene. Eine besonders große Gruppe bildeten die „Ostarbeiter“ aus der Sowjetunion, die unter extrem harten Bedingungen arbeiten mussten. Diese Zwangsarbeiter wurden in Außenlagern von Konzentrationslagern wie Flossenbürg eingesetzt, auch in Plauen und Umgebung.

 

Anhand konkreter Beispiele aus Plauen erläuterte Dr. Lukat die verschiedenen Gruppen und ihre Bedingungen. Ausländische Arbeitskräfte aus Westeuropa konnten zunächst relativ frei arbeiten, doch ab 1944 verschlechterten sich ihre Bedingungen drastisch. Kriegsgefangene, besonders aus Frankreich und der Sowjetunion, litten unter besonders schlechten Bedingungen. In den Lagern in und um Plauen waren die Zwangsarbeiter extrem harten Arbeiten und drakonischen Strafen ausgesetzt. Der Vortrag beleuchtete die unterschiedlichen Gruppen von Zwangsarbeitern, ihre Herkunft und die spezifischen Lebens- und Arbeitsbedingungen, die sie während des Zweiten Weltkriegs in Plauen erdulden mussten.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0